19.05.-08.06.2019 - Medewi und Heidelberg

Zurück aus Singapur, ausgestattet mit einem neuem Touristen Visa, empfängt uns unser Freund Agung am Flughafen Denpasar. Es ist schön wieder Menschen in die Augen zu sehen, die lächeln und fröhlich sind. Und auch der Lärm der Fahrzeuge und der ungeordnete Straßenverkehr fühlen sich besser an als die geordnete Ruhe und in Singapur.

Drei Wochen Medewi haben wir jetzt noch vor uns. Wir wohnen wieder in der Villa Khalisha und genießen den Blick aufs Meer. In den ersten beiden Wochen sind wir mit Julia (aus Schliersee) und Meike (aus Bremen) im Wasser, die wir auf unserer Reise in Medewi aber auch auf Lombok immer mal wieder im Lineup getroffen haben. Es ist erstaunlich den Geschichten der jungen Menschen, die wir auf unserer Reise treffen, zu lauschen und zu erfahren, wie sie die langen Auszeiten finanzieren und organisieren.

 

Unsere letzten Tage in Medewi gestalten sich in der Regel ähnlich: Es dreht sich alles ums Surfen, Essen und das Ausruhen. Erste Fortschritte machen sich bemerkbar. Wir gehen jetzt ohne Guide ins Wasser, fangen an einen besseren Blick für die Wellen zu bekommen und sind super stolz, wenn wir dann vielleicht mal die ein oder andere grüne Welle erwischen und entlang fahren. Beim Paddeln ins Lineup grüßen wir die anderen immer „selamat pagi“ (guten Morgen) und erhalten von den Einheimischen ein freundliches „pagi“ zurück. Im Lineup ist die Freundlichkeit und Laune der Einheimischen meist positiver als das des ein oder anderen Surf-Touristen. Oft schauen diese grimmig drein und mancher bringt nicht mal ein zaghaftes Lächeln über die Lippen, wenn wir „good morning“ sagen. Wir schließen daraus, dass Surfen doch eher etwas für Einzelgänger ist.

 

 

 

Wenn wir aus dem Surf-Alltag ausbrechen, machen wir kleine Ausflüge mir den Rollern ins Inland. Die Vegetation ist extrem schön und vielfältig. Neben Reisfeldern finden sich unter anderem Bananen- und Kokospalmen. Beim genauen Hinsehen finden wir verborgen im dichten Urwald wirkt, kleine Zugänge, die zu hübschen Villen führen. Wir grillen frischen Fisch im Lagerfeuers am Strand, kochen mit neuen Bekannten einheimische Gerichte oder lernen eine frische Kokosnuss mit der Machete zu öffnen.

 

Es fällt uns leider immer wieder auf, dass die Umweltverschmutzung immer noch ein Problem darstellt. Oft findet sich Plastikmüll, der einfach auf den Straßen oder am Strand oder im Meer rumfliegt. Das Thema Flaschenpfand ist ein Fremdwort. Neben dem Einsatz von viel Plastik (Flaschen, Strohhalmen und Plastiktüten) finden sich doch hier und da zaghafte Versuche dem entgegenzuwirken. Bemerkbar macht sich das durch die Verwendung von Bambusstrohhalmen in Restaurants oder beim Einkauf von Essen an Warungs, wo gelegentlich wieder in Bananblättern gekocht und serviert wird. Auch Beach-Cleanups der Organisation 4Oceans, bei denen viel Plastik vom Strand eingesammelt wird, finden jeden Sonntag statt. Und es gibt Projekte wie „The Meadow Medewi“, die auf Bildung setzen und den Kindern ein entsprechendes Wissen im Umgang mit der Umwelt und somit unserem Lebensraum geben. 

 

Den Ramadan (Bali ist zwar überwiegend Hinduistisch, doch von den 5% Moslems leben 95% in Medewi) erleben wir hautnah. Gefastet wir nicht ganz so extrem, wie man sich das vorstellt. Gerade die muslimischen Surf-Guides essen und trinken auch tagsüber, damit sie genug Kraft haben um Geld zu verdienen. Das Ramadanende wird in einer Parade gefeiert. Modelle der Moscheen aus der Umgebung sind auf Wagen (ähnlich wie beim Karneval) platziert. Die Wagen ziehen am Abend durch die Straßen und die Muslime feiern gemeinsam mit ihren Familien. 

 

Unser Abreisetag naht. Am 07.06.2019 geht unser Flieger von Denpasar mit Zwischenstop über Singapur nach Frankfurt. Wir haben gemischte Gefühle. Freuen uns auf Familie und Freunde, auf das heimische Essen, auf den Sommer mit den langen Tagen in Deutschland und sind auf der anderen Seite ein wenige wehmütig, da der Rhythmus des Surflebens uns doch sehr gut gefällt und wohl fehlen wird. Der Gedanke daran, dass wir auch nach dem Sommer, wenn die Tage in Deutschland kürzer werden und die Kälte Einzug hält, wieder zum Surfen in sonnige Regionen reisen werden, erleichtert den Abschied.

 

Am 08.06.2019 kommen wir morgens um 7 Uhr in Frankfurt an. Von dort fahren wir bepackt mit Surfboardbags und viel zu viel Gepäck mit dem Zug über Mannheim nach Heidelberg. Wir haben das Glück, dass wir nur 15 Fußminuten vom Bahnhof entfernt wohnen. So sind wir am Samstag gegen Mittag zurück und haben noch genug Zeit Lebensmittel einzukaufen und den Kühlschrank wieder aufzufüllen.

 

Wie es ist wieder zu Hause zu sein? Wir werden berichten…..

 

English short version 

Back from Singapore, equipped with a new tourist visa, our friend Agung welcomes us at Denpasar airport. It is nice to look people in the eyes again, who are smiling and happy. And also the noise of the vehicles and the disordered road traffic feel better than the orderly silence and in Singapore.

We still have three weeks of Medewi ahead of us. We live again in the Villa Khalisha and enjoy the view to the sea. In the first two weeks we are with Julia (from Schliersee) and Meike (from Bremen) in the water, which we met on our journey in Medewi but also on Lombok again and again in the lineup. It is amazing to listen to the stories of the young people we meet on our trip and to learn how they finance and organize the long breaks.

 

Our last days in Medewi are usually similar: it's all about surfing, eating and relaxing. The first progress is becoming noticeable. We now go into the water without a guide, start to get a better view for the waves and are very proud when we catch one or two green waves and drive along. While paddling into the lineup we always greet the others "selamat pagi" (good morning) and get a friendly "pagi" back from the locals. In the lineup the friendliness and mood of the locals is usually more positive than that of one or the other surf tourist. Often they look grim and some don't even get a shy smile across their lips when we say "good morning". We conclude from this that surfing is rather something for loners.

 

When we break out of everyday surfing, we take little trips with the scooters inland. The vegetation is extremely beautiful and varied. Beside rice fields there are banana and coconut palms. On closer inspection we find hidden in the dense jungle, small entrances leading to pretty villas. We grill fresh fish in the campfire on the beach, cook local dishes with new friends or learn to open a fresh coconut with the machete.

 

Unfortunately we notice again and again that pollution is still a problem. Often there is plastic garbage that simply flies around on the streets or on the beach or in the sea. The topic bottle deposit is a foreign word. Beside the use of a lot of plastic (bottles, straws and plastic bags) there are here and there timid attempts to counteract this. This is noticeable by the use of bamboo straws in restaurants or when buying food at warungs, where they occasionally cook and serve in banana leaves again. Also beach cleanups of the organization 4Oceans, where a lot of plastic is collected from the beach, take place every Sunday. And there are projects like "The Meadow Medewi", which focus on education and give the children an appropriate knowledge in dealing with the environment and thus our living space. 

 

The Ramadan (Bali is predominantly Hindu, but of the 5% Muslims 95% live in Medewi) we experience very closely. We don't fast as extremely as one would imagine. Just the Muslim surf guides eat and drink also during the day, so that they have enough strength to earn money. The Ramadan end is celebrated in a parade. Models of the surrounding mosques are placed on wagons (similar to the carnival). In the evening, the wagons wander through the streets and the Muslims celebrate together with their families. 

 

Our day of departure is approaching. On 07.06.2019 our plane leaves Denpasar with a stopover via Singapore to Frankfurt. We have mixed feelings. We are looking forward to family and friends, to the local food, to the summer with the long days in Germany and on the other hand we are a little melancholic, because we like the rhythm of the surfing life very much and will probably miss it. The thought that even after the summer, when the days in Germany are getting shorter and the cold is coming in, we will again travel to sunny regions for surfing makes our farewell easier.

 

On 08.06.2019 we arrive in Frankfurt at 7 o'clock in the morning. From there we travel loaded with surfboardbags and much too much luggage by train via Mannheim to Heidelberg. We are lucky that we live only 15 minutes on foot away from the train station. So we are back on Saturday around noon and still have enough time to buy groceries and refill the fridge.

 

How is it to be at home again? We will report.....